Aktiv gegen Mißbrauch

Leitbild und Verhaltenscodex

Der Evangelisch-Lutherische Dekanatsbezirk München hat ein Leitbild und einen Verhaltenskodex für seine Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen zur Prävention, Intervention, Hilfe und Aufarbeitung im Hinblick auf sexualisierte Gewalt erarbeitet. Darüber hinaus wurde in unserer Kirchengemeinde München-Hadern ein Schutzkonzept erstellt. 
 

Unser Leitbild 

Jeder Mensch, das ist die Grundlage all unserer Arbeit, ist ein Geschöpf Gottes. Das christliche Menschenbild ist von Liebe, Respekt und Würde geprägt. Im Einklang mit diesen Überzeugungen setzen wir uns entschieden gegen jede Form von grenzüberschreitendem Verhalten sowie Gewalt in physischer, psychischer oder sexualisierter Form ein. Wir übernehmen Verantwortung für den Schutz aller Personen, die bei und mit uns arbeiten, unsere Angebote wahrnehmen oder unsere Hilfe suchen. 

 

Dies gilt zum einen innerhalb unserer Einrichtungen und Veranstaltungen,

  • zwischen Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen,

  • zwischen Kindern und Jugendlichen untereinander,

  • im Arbeitsumfeld (ehrenamtlich, nebenamtlich und hauptamtlich) zwischen Vorgesetzten, Anleiter:innen und Mitarbeiter:innen,

  • zwischen Mitarbeiter:innen untereinander,

  • zwischen Lehrenden und Lernenden sowohl im Miteinander als auch untereinander,

  • zwischen helfender und hilfesuchender oder hilfeerhaltender Person

 

und zum anderen im persönlichen Umfeld gegenüber uns anvertrauten und bei uns (ehrenamtlich, nebenamtlich und hauptamtlich) arbeitenden Menschen.

 

Auf Grundlage Gottes bedingungsloser Liebe zu jedem Menschen, pflegen wir einen wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander. Respekt vor der Würde und Integrität jedes Menschen steht im Zentrum unserer Werte.

In unserer Arbeit wachsen besondere Beziehun­gen, die durch persönlichen Austausch und Kontakt, durch das oftmals enge Zusam­menwirken von ganz unterschiedlichen Mit­gliedern (Alter, Geschlecht, soziale oder ethnische Herkunft) geprägt sind. Dieses vertrauensvolle Mitein­ander bietet jedoch Ansatzpunkte, Grenzen zu überschreiten.

Die Übernahme von Verantwortung eröffnet auch die Möglichkeit, diese zu miss­brauchen. Eigene Interessen zu Lasten an­derer Menschen zu verfolgen ist eine Form von Gewalt. In diesem Schutzkonzept liegt der Fokus auf einer besonderen Form der Gewalt ge­gen Menschen, der sexualisierten Gewalt. 

 

Prävention macht handlungsfähig!

Wir wissen, dass überall da, wo Menschen aufeinandertreffen, die Gefahr für Grenzverletzungen und Fehler besteht. Prävention ist daher ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit, zum Beispiel durch ein ausdifferenziertes und praxisnahes Schutzkonzept, regelmäßige Schulungen und Informationsveranstaltungen. Dies bedeutet auch, konkrete Schutzmaßnahmen zu befolgen, um einen sicheren Raum für alle Teilnehmer:innen zu schaffen - dazu gehören klare Verhaltensregeln, ein Beschwerdemanagement und die sorgfältige Auswahl sowie Schulung von Mitarbeiter:innen und Ehrenamtlichen.

 

Wir hören zu, sehen hin und sprechen darüber.

Besonderen Wert legen wir auf eine Kultur des Vertrauens und der Offenheit. Über potenzielle Gefahren und etwaige Verdachtsmomente wird offen gesprochen, dabei steht der Schutz der Betroffenen im Vordergrund. Das bedeutet auch, dass jeder und jede Verantwortung für den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen übernimmt. 

Eine enge Zusammenarbeit mit Fach- und Beratungsstellen sowie anderen Institutionen aus dem Kirchenkreis hilft uns dabei Bewährtes auszutauschen und weiter dazuzulernen.

 

In diesem Leitbild erkennen wir unsere Verantwortung dafür an, dass sich jeder Mensch bei uns sicher, respektiert und geliebt fühlen kann. Jede:r kann auch in unserer Kirche von sexualisierter Gewalt betroffen sein. Wir sprechen daher nicht von „Opfern“, sondern von „Betroffenen“. 

 

Das Leitbild wird auf der Homepage veröffentlicht, mit neuen Mitarbeiter:innen (ehrenamtlich und hauptamtlich) besprochen, in Gremiensitzungen, Pfarrkonferenzen und Fortbildungen thematisiert.


 

Verhaltenskodex

Richtlinien für den digitalen Raum

Schutzkonzept

Interventionsleitfaden (Ansprechpartner)

 

Dekanatsbeauftragte für Prävention 

Die Dekanatsbeauftragte für Prävention sind stellv. Dekanin Christine Glaser und Pfarrerin Anne Bomblies: Tel. 0151 52 55 13 02 oder  praevention.dekanat-muc(at)elkb.de 

 

An wen können sich Betroffene wenden 

Betroffene und Zeugen einer Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung im kirchlichen Bereich sowie Angehörige der Betroffenen können sich für Beratung und Hilfe im Dekanatsbezirk München an folgende Stellen wenden:

Ansprechpersonen 
Es gibt für den Dekanatsbezirk München vier Ansprechpersonen, die für Betroffene zur Verfügung stehen: 

Dienstvorgesetzte/r Dekan/in oder Personen des Vertrauens 
Es gibt auch die Möglichkeit Vorfälle bei der/dem dienstvorgesetzten Dekan/in zu melden:

Natürlich können Vorfälle auch bei anderen ehren- oder hauptamtlichen Personen des jeweiligen Bereichs oder einer Person des Vertrauens gemeldet werden. 

Meldestelle/Fachstelle der Landeskirche 
Darüber hinaus kann man sich an die Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wenden:
Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt

Interventionsleitfaden